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Name:	Wasserassel - Asellus aquaticus - BaWü - Prestelsee.jpg
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Systematik:

Klasse: Asellus
Überordnung: Ranzenkrebse (Peracarida)
Ordnung: Asseln (Isopoda)
Unterordnung: Asellota
Familie: Asellidae
Gattung: Asellus
Art: Wasserassel

Wissenschaftlicher Name: Asellus aquaticus


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Name:	Wasserassel Asellus aquaticus.jpg
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ID:	3377Beschreibung:
Die zu den Krebstieren zählende Wasserassel ist ein naher Verwandter unserer heimischen Kellerassel, die wohl jeder kennt.
Untypischerweise sind die Männchen größer als die Weibchen, in der Regel werden Tiere zwischen 8 und max. 20 mm gefunden.
Der platte, segmentierte Körper weist eine bräunlich-schwarze Grundfarbe auf, weitere Kennzeichen sind die 2 Antennen, wobei die längeren fast körperlang sind, zwei Augen auf der Körperoberseite, drei paarig angelegte Kauwerkzeuge, die sieben Beinpaare dienen der Fortbewegung auf dem Grund, im "Fluchtmodus" können Wasserasseln aber auch kurze Strecken schwimmen.
Sollte mal ein Körperteil abhanden kommen, wird der Rest abgestoßen und ein neues ausgebildet, wie man am oberen Bild recht gut erkennen kann.



Vorkommen und Gefährdung:
Die Wasserassel (Asellus aquaticus) kommt in stehenden und langsam fließenden Gewässern überall in Europa vor, Strömungsgeschwindigkeiten von 5cm/Sek. reichen aber aus, um eine dauerhafte Besiedelung zu verhindern, folglich suchen wir die Wasserassel in Hoch- und Mittelgebirgsbächen mit hohem Geschiebe vergeblich, was aber auch auf mangelnde Nahrungsgrundlage zurückzuführen sein mag.
Im Allgemeinen gilt die Wasserassel aber als sehr genügsam, sie ernährt sich primär von verrottenden Pflanzenteilen (Detrius) und trägt somit einen nicht unerheblichen Beitrag zum Schlammabbau bei.
Diese kleinen "Müllmänner" gelten somit als Indikatoren für die Gewässergüteklasse III, auch anaerobe Bereiche sollen von ihnen auf der Suche nach Nahrung durchstreift werden, selbst ein Trockenfallen ihres Habitates macht ihnen wenig aus, sie vergraben sich im Schlamm und warten dort solange, bis ihr Habitat wieder geflutet wird.
Asellus aquaticus gilt als nicht gefährdet.



Fortpflanzung:
Einen "klassischen" Fortpflanzungszeitraum scheint es für diese Krebstierchen nicht zu geben, es wurden zu jeder Jahreszeit eiertragende Weibchen gefunden. Für den Paarungsakt legen sich Weibchen und Männchen mit ihren Bauchseiten aneinander, zuvor hat das Männchen acht Tage auf dem Rücken des Weibchens verbracht. Wie sich fortpflanzungsbereite Wasserasseln "finden", entzieht sich meiner Kenntnis.
Die drei bis sechs Wochen dauernde Eientwicklung von ca. 100 Eiern findet in einem "Brutraum" am Bauch statt, der durch die Beine des Weibchens gebildet wird, um dann die vollständig ausgebildeten juvenilen A. aquaticus ins Freiwasser zu entlassen.



Besonderheit der Art:
Die Wasserassel ist aufgrund ihrer Ernährungsweise auch als "Müllmann der Gewässer" bekannt, aber nicht nur dort, sondern auch in unseren Trinkwasser- und Abwasserleitungen kommt sie vor und trägt dort in erheblichem Maße zum Abtrag des "Biofilms" an den Rohrwänden bei.
Zwar ist das Vorkommen der Wasserassel in unseren Rohrsystemen ein Indikator für zu niedrige Durchflussmengen oder für zu hohe Einträge von organischen Materialien, eine Bekämpfung der Asseln hingegen wäre aber kontraproduktiv, zumal die Keimbelastung des Wassers durch Entfernung der kleinen Krebstiere steigen dürfte, eine direkte Gefahr für den Menschen geht von der Wasserassel nicht aus.

Hierzu noch zwei Zeitungsartikel:
Süddeutsche Zeitung - Grenzwerte werden sicherlich überschritten
Süddeutsche Zeitung - Wenn Assel-Kadaver aus dem Hahn sprudeln

In vom Sonnenlicht abgeschotteten Grundwasseradern oder Kavernen, sicher auch in unserer Kanalisation, kommt neben der Asellus aquaticus auch die weisslich durchscheinende, kleinere Höhlenassel (Asellus cavaticus) vor.

Auch wenn die Wasserassel eine Grundsäule unseres Makrozoobenthos und somit eine nicht unerhebliche Rolle als Nahrungsquelle für unsere Flossenträger bildet, geht von ihr auch eine gewisse Gefahr aus.
Sie ist Überträgerin der Kratzwürmer (Acanthocephala), die parasitär im Darm und Muskelgewebe von Fischen leben.



Fundort des fotografierten Tieres: Wilmessee (Kiesgewässer) in NRW


Quellen: