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Thema: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

  1. #1

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    Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Hallo zusammen,

    mich treibt schon eine Zeitlang die Frage um, wie oder ob eine funktionierende Fischereiaufsicht erforderlich ist, um die Bewirtschaftungs- oder Hegeziele
    zu erreichen? Oder ist der Einfluss der Angler auf die Gewässer so gering, dass auch deren Verstöße das Hegeziel nicht beeinträchtigt?
    Wie wichtig seht ihr die Fischereiaufsicht als Bestandteil der Gewässerbewirtschaftung?

    Ich selbst bin irgendwie zwiegespalten - an "meinen" Gewässern sehe ich die Gefahr weniger beim "typischen" Schwarzangler (ohne Papiere), sondern vielmehr beim
    grundsätzlich berechtigten Angler (also Papiere vorhanden und fast immer Vereinsmitglied), der aber die Angelbestimmungen verletzt.
    Und genau dieses Übertreten der Angelbestimmungen sehe ich für die Hegeziele durchaus als Problematisch an (etwa gezieltes C&R-Hechtangeln während der Schonzeit).

    Und weiter: Welche Kontrolldichte habt ihr an den Gewässern? Welche haltet ihr für erforderlich/wünschenswert?

  2. #2

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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Bei uns kommen grob auf 1400 Jahreskarten 20 Kontrolleties.

    Grundsätzlich würde ich den Einfluss der Fischereiaufsicht nicht überschätzen (bei uns) wenn es um die Fangmenge durch Schwarzfischer geht. Die ist eher zu vernachlässigen. Wobei wir aber auch schon Einzelfälle hatten, wo massiv mit EGerät oder Reusen gefischt wurde. Da mag es sein, dass sich solche Kameraden halt lieber Gewässer suchen wo die Gefahr erwischt zu werden geringer ist.

    Groß ist der Einfluss aber wenn es um die Erfassung der Fangmengen durch die Mitglieder geht. Und eine brauchbare Fangstatistik ist nun mal ein entscheidender Punkt für die Bewirtschaftung.
    Geändert von Toni (18.04.17 um 23:17 Uhr)

  3. #3
    Moderator Avatar von Steini (verstorben am 06.09.2019)
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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Auch bei uns sind es etwa 1400 Mitglieder, wobei wir etwa 15 Aufseher haben.
    Die Kontrolldichte ist vor Ort ist sehr hoch, es ist selten das ich am Wasser bin ohne einen von Ihnen zu treffen.
    Weiche ich in die Nachbarbereiche aus, werde ich dann vielleicht noch bei jedem 5-10 Mal kontrolliert.

    Schwarzangeln wird damit recht erfolgreich unterbunden, wobei die Hauptprobleme eher bei der Überwachung der Einhaltung der internen Regelungen wie Begrenzung der Rutenanzahl, Schonzeiten, Mindestmaße oder Schutzgebiete , Betretungsverbote und Müll liegen.
    Ohne Frage ist die Überwachung von Regelungen wichtig, wenn Regelungen überhaupt zum Erreichen eines Zieles führen sollen.
    Da du nun schon das gezielte C&R auf Hechte während der Schonzeit angesprochen hast,....für mich ein Unding.
    Schonzeit heißt Schonzeit und bezieht sich nicht nur auf die Entnahme.
    Bei uns ist der G.W teil des Geschäftsführenden Vorstandes, wobei dieser bei so einer Begründung den Schein wenigstens für dieses Jahr sofort einstimmig einziehen würde.
    Wir haben schon bekannte Teamangler rausgeschmissen die das außerhalb der Schonzeit machten und das stolz in die Medien vertraten.

    Um es der Aufsicht einfach zu machen haben wir aber eine Allgemeine Raubfischschonzeit, ((für Hecht und Zander) in der alle Kunstköder und Köderfische vom Januar bis Juni verboten sind.
    Gruß Steini

  4. #4
    Themenstarter

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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Wir sind im Vergleich zu eurem Verein sehr klein - etwa 250 Mitglieder.

    Von einer wirklichen Kontroll"dichte" kann man bei uns nicht sprechen - es ist eher Zufall, wenn man wirklich einem Kontrolleur begegnet.
    Auch wenn auf 250 Mitglieder immerhin 3 offizielle Kontrolleure und 5 vereinsinterne Kontrollettis (Vorstandschaft) kommen.

    Wie ich schon schrieb, sehe ich den Schaden durch "wirkliche" Schwarzfischer als vernachlässigbar gering an.
    Das Problem sind eher die Übertretungen, die durch eigentlich berechtigte Angler begangen werden.

    Seit die Weiher heuer zum Angeln freigegeben sind, beobachte ich regelmäßig verpilzte Fische. Sicher nicht alle - aber ein großer Teil - dürfte sich die Verpilzung
    durch unsachgemäßes C&R "geholt" haben.

    Die Kunst wird sein, diese "Kutlur der Duldung" aufzubrechen und nach und nach in richtige Bahnen zu lenken.
    Dazu wird viel Kommunikation, Aufklärung - und vielleicht auch das ein oder andere "Exempel" - erforderlich sein.

  5. #5
    Moderator Avatar von Steini (verstorben am 06.09.2019)
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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Zitat Zitat von Barbarossa Beitrag anzeigen


    Seit die Weiher heuer zum Angeln freigegeben sind, beobachte ich regelmäßig verpilzte Fische. Sicher nicht alle - aber ein großer Teil - dürfte sich die Verpilzung
    durch unsachgemäßes C&R "geholt" haben.

    Hmm, will mal vorsichtig Einspruch einwerfen, weil ich so etwas nie beobachtet habe.
    Wohl habe ich bei einzelnen verpilzten Fischen so etwas auch angenommen, aber das waren Einzelfische in vielen Jahren.
    Selbst wenn so etwas vorkommen sollte, sieht man es eigentlich nicht, wobei Karpfen, Wels oder Schlei da ungeheuerlich hart im Nehmen sind.
    Um was für Fischarten geht es und um welche Anzahl.
    Klingt mir eher so als seien da die Wasserwerte ungünstig oder etwas anderes sei die Ursache.
    Gruß Steini

  6. #6
    Themenstarter

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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Zitat Zitat von Steini Beitrag anzeigen
    Um was für Fischarten geht es und um welche Anzahl.
    Klingt mir eher so als seien da die Wasserwerte ungünstig oder etwas anderes sei die Ursache.
    Es geht nur um Karpfen. Bei anderen Fischarten habe ich diese Verpilzung bis Dato nicht bemerkt. Bislang habe ich 6 gezählt,bin aber
    seit gut einer Woche nicht mehr am Wasser gewesen.
    Da es sich um einen kleinen, alten Baggersee handelt (ca. 0,5 Hektar) ist es relativ leicht, die an der Oberfläche
    stehenden Pilzkarpfen zu entdecken.

    Auch ich gehe davon aus, dass das Zurücksetzen nicht die wirkliche Ursache ist, sondern der Gewässerzustand und die Besatzdichte allgemein.
    Das Zurücksetzen sehe ich eher als den letzten Auslöser für die Verpilzung.
    Das erscheint mir auch stimmig, weil nur einzelne Exemplare der Karpfen betroffen sind. Andere Fischarten, die weniger C&R-Belastet sind, dagegen nicht (Schleie).

    Beweisen kann ich das natürlich nicht. Da das Gegenteil aber auch schwer zu beweisen ist, hoffe ich durch die entstehende Diskussion etwas auslösen zu können.

    Und wenn am Ende der Diskussion die Breite Masse zu dem Ergebnis kommt, dass C&R nur der Auslöser aber nicht das Kernproblem ist, dann wäre ich einen riesen Schritt weiter.

    Anders wird es mir nicht gelingen, hier etwas zu verändern (wie das im Vereinsleben halt so ist ...).
    Dieser Anstoß muss aus der Diskussion der Mitglieder entstehen - sonst spare ich mir die Nerven und den Ärger.

    Und da sehe ich eine (wohl dosierte) Fischereiaufsicht als einen Ansatzpunkt, die Diskussion in Gang zu bringen bzw. zu halten.

  7. #7
    Moderator Avatar von Steini (verstorben am 06.09.2019)
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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Ok, das Erscheinungsbild der kränkelnden Karpfen im Frühjahr kenne ich.

    Kann daran liegen das die schlecht durch den Winter kamen, also Ihre Energiereserven verbrauchten.
    Aber auch Krankheiten nutzen diese Schwächefase gerne um dann auszubrechen.
    Ich denke nicht das das mit Anfassen zu tun hat.

    Eher schon mit zu groß gefütterten oder zu vielen Karpfen, die dann zeitweise Mangel hatten.
    Kann durchaus mal fast alle Großkarpfen kosten.

    Ich habe das zwar schon öfter beobachtet, aber wirkliche Antworten habe ich da auch nicht für Dich.
    Ich habe dann mit Besatz ausgesetzt und es später mit anderen Zuchtlinien versucht.
    Bisher sieht es ganz gut aus, aber ungewöhnlich ist so eine Erscheinung im Frühjahr leider nicht.
    Die Züchter füttern halt regelmäßig.
    Gruß Steini

  8. #8
    Themenstarter

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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Sind bei dir eigentlich auch nur Spiegelkarpfen betroffen?
    Zumindest heuer habe ich noch keinen verpiltzten Schuppenkarpfen gesehen (die Jahre davor habe ich noch nicht darauf geachtet).

    Was genau die Ursache ist, ist glaub ich auch zweitrangig - ich weiß ja nicht mal, ob es eigentlich ein Problem ist
    (einen toten verpilzten Karpfen habe ich nämlich nocht nicht gesehen - entweder die gehen Unter oder sie überwinden den Pilz?).
    Ich möchte das Vorkommen der Verpilzung einfach nur als Aufhänger nehmen, ein bisschen für das Gewässer und seinen Besatz zu sensibilisieren.

    Aber wir driften vom Thema ab, denke ich.

  9. #9
    GW-Forum Team Avatar von Georg
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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Nabend zusammen,
    ich frage mich, welches definiertes Hegeziel durch die ausgeübte Fischereiaufsicht verfolgt oder gestärkt werden soll.
    Für einen Hegeplan benötigt man jedenfalls keine FA ´s, es gibt genug Gegenden,
    die keine vom Verein bestellten FA ´s vorweisen können, es gibt ja auch noch die amtlich Bestellten, die Vereinsübergreifend /-unabhängig agieren.
    Barbarossa, Du hattest C&R in der Schonzeit als Argument angeführt,
    hier ist primär kein Bewirtschaftungs- oder Hegeziel eines Fischereirechtsinhabers gefährdet,
    sondern es liegt ein Verstoß gegen die jeweiligen Landesfischereigesetze vor.

  10. #10
    Themenstarter

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    AW: Fischereiaufsicht als Grundlage zur Erreichung eurer Hegeziele?

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    hier ist primär kein Bewirtschaftungs- oder Hegeziel eines Fischereirechtsinhabers gefährdet,
    sondern es liegt ein Verstoß gegen die jeweiligen Landesfischereigesetze vor.
    Ja, klar. Nachdem die Bewirtschaftung sich ja an den gesetzlichen Vorgaben orientieren muss (zumindest in Bayern
    gibts die Hegepflicht) gehört das aber für mich untrennbar zusammen.

    Wer überwacht die Einhaltung der Fischereigesetze, wenn nicht die Fischeraufsicht?

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