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Thema: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

  1. #21
    GW-Forum Team Avatar von Thorsten
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Zitat Zitat von Mario
    Georg mit diesem Satz sprichst du ein Thema / eine Frage an, dir mir schon länger unter den Nägeln brennt. In der Aquaristik wird jeder (gut informierte) Aquarianer seinen neuen Lieblingen eine schonende Phase der Gewöhnung an die individuellen Wasserparameter gönnen.

    Beim Fischbesatz hingegen ist es gängige Praxis den Besatz ohne große Pause sofort in sein neues Habitat zu überführen. Es stellt sich mir daher die Frage, ob sich die Ausfallquote beim Fischbesatz nicht durch eine schonende Eingewöhnungszeit minimieren lässt?
    Hi Mario,
    da wird beim Besatz sicher oft geschludert, hab ich bei uns letztes Jahr auch so erlebt. Man sollte den Fischen auf alle Fälle reichlich Zeit geben, um sich an die neuen Gewässerparameter zu gewöhnen. Das kann theoretisch mehrere Tage gehen, bis die Fische sich umgewöhnt haben. Durch einen sorgsamen Besatz kann man natürlich die Ausfallqoute minimieren.

    Albert,
    auf den nächsten Vortrag, den du besuchen darfst bin ich schon höchst gespannt, wie du dir sicher vorstellen kannst. Wenn du da wieder was organisieren kannst wäre echt klasse.

  2. #22
    GW-Forum Team Avatar von Georg
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Zitat Zitat von Mario
    ...In der Aquaristik wird jeder (gut informierte) Aquarianer seinen neuen Lieblingen eine schonende Phase der Gewöhnung an die individuellen Wasserparameter gönnen.

    Beim Fischbesatz hingegen ist es gängige Praxis den Besatz ohne große Pause sofort in sein neues Habitat zu überführen. Es stellt sich mir daher die Frage, ob sich die Ausfallquote beim Fischbesatz nicht durch eine schonende Eingewöhnungszeit minimieren lässt?
    Im Aquarium ist das ja noch relativ leicht zu realisieren, wie aber bei Besatzfischen,
    die erst abgefischt werden müssen, anschließend werden sie in O2-angereicherte Transportbehälter umgesetzt.
    Zum Gewässer transportiert und dann?
    Eine Hälterung in Plastiktüten und kontinuierlichen Wassertausch kann man ja wohl ausschließen.
    Nee, mal im Ernst, hab mir öfter schon einen Kopp gemacht, bisher aber noch keine realisierbare Idee gehabt.

  3. #23

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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    moin,

    @Albert: wo finde ich denn den Beitrag "Gelöste Huminstoffe,eine übersehene Ökosystemkomponente "? Hab eben bei den pdf's nachgeschaut aber nichts gefunden.

    Ich kann nur davor warnen, physiologische Eigenschaften des Menschen auf die Fischwelt zu übertragen und daraus Schlußfolgerungen zu ziehen - Stichwort "Höhentraining".
    Fische sind auf eine ganz andere Art gezwungen sich schnell wechselnden Verhältnissen anzupassen, als das bei Menschen der Fall ist. Könnten sie das nicht, gäbe es sie nicht mehr. Auch die chemisch-physikalischen Eigenschaften des Fischblut unterscheiden sich von unseren.
    Es ist zweifellos richtig, dass die stressverursachenden Faktoren beim Besatz wie O² Sättigung im neuen Gewässer, Temperatur, pH-Wert etc. einen enormen Einfluß auf den Erfolg der Besatzmaßnahme haben. Sich hier einen "beliebigen" Faktor heraus zu picken, wird der Gesamtsituation nicht gerecht.

    Denken wir uns für einen Moment in einen Besatzfisch hinein, der grade in eine neue Umgebung versetzt wurde. An den physikalisch/chemischen Parametern kann der Fisch ohnehin nur wenig ändern (in Fließgewässern sicher eher als in Seen), aber viel entscheidender sind zunächst die Faktoren, die auf instinktgesteuertes Verhalten Einfluß haben. Dazu gehört zuerst die Möglichkeit sich "absetzen" zu können, d.h. einen Ort aufsuchen zu können, an dem der Fisch sich in Ruhe an die geänderten Verhältnisse anpassen kann. Steht so ein Platz nicht zur Verfügung (weil schlicht nicht vorhanden oder bereits besetzt) reagiert der Fisch darauf mit weiterem Stress. Alle negativen Einflüsse addieren sich und können in der Folge zu Ausfällen führen.
    Bei " O² -verwöhnten Besatzfischen", also an ständige Sättigung gewöhnte Fische, Auffälligkeiten festzustellen (wie sehen denn die Auffälligkeiten aus?), reduziert mir die vielen anderen Faktoren zu sehr. Man müsste natürlich wissen, wie stark denn das pO²-Gefälle tatsächlich war und ob es die reale Situation wiederspiegelt. Tatsächlich ist es ja insbesondere bei Fließgewässern häufig der Fall, dass man sich nahe an der Sättigung befindet und von daher ein großes Gefälle gar nicht existiert.

    Und unter uns: wenn Wissenschaftler sich an die Verifizierung einer Theorie machen, muß am Ende ein Ergebnis herauskommen - am beliebtesten sind dann natürlich Ergebnisse, die eine zuvor theoretisch erarbeiteten Hypothese betätigen. Um solche Ergebnisse zu präsentieren, wird auch gerne ausgeblendet und bei der Interpretation von Zahlen Scheuklappen aufgesetzt und ganz dem "Tunnelblick" vertraut. Hab da so meine Erfahrungen...

    Gruß Thorsten

  4. #24
    GW-Forum Team Avatar von Thorsten
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Hi Albert,

    falls du bei dem Vortrag die Gelegenheit bekommst nachzuhaken, könntest du für mich fragen, ob ein Rotfederbesatz im Hecht Schleien See sinnvoll sein kann, um die Unmengen an Wasserpflanzen etwas zurückzudrängen? ( Rotfedern sind im See eher wenige vertreten) Mir ist klar, dass es sich dabei wenn überhaupt, um eine Verbesserung im niedrigen prozentualen Bereich handelt, aber ich mache mir etwas sorgen, dass die enormen Sauerstoffschwankungen im Tag Nacht Rhythmus für die Fische ein nicht zu unterschätzendes Problem sind. Tags bis 180% Sättigung, Nachts um die 60%.

    Leider sehe ich keine anderen Möglichkeiten, um das etwas abzupuffern, da wegen dem FFH Gebiet eine mechanische Entfernung (eines Teils der Pflanzen) kaum möglich erscheint. vllt. mache ich mir auch zuviel Sorgen, aber diese Schwankungen sind schon recht prägnant. Und irgendwann kann eine zu starke O² Übersättigung wohl auch zu Kiemenschäden führen, ab welcher Sättigung weiß ich allerdings nicht. Wie gesagt, wäre super, wenn du mir da ein paar Infos besorgen könntest, da ich solche Maßnahmen ja auch rechtzeitig vorbereiten (Raubfische dtärtker beangeln etc), und natürlich mit dem Regierungspräsidium abstimmen muss.

  5. #25
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Da frag ich nach ,mach ich Thorsten.

    Nur mal zum Verständnis.Wie hast Du die Werte ermittelt mit der Sättigung ?
    Ist denn eine biogene Entkalkung bei Euch beobachtet wurden ?
    Ich schätze ,das bei Dir die temporäre KH hoch genug ist,den PH-Wert nicht über 9,5
    zur Nachmittagszeit steigen zu lassen.12 Stunden später ist der PH-Wert ,wie bei mir
    gemessen ,um 0,8-1,0 zurückgegangen.Die KH ging hoch.
    Mess doch mal bei einer wolkenfreien Hochdrucklage um 16 Uhr und früh um 4-5 Uhr
    im Juli/August die Werte PH , KH ,CO² und O² .
    Die Fische halten bis 9,7 temporär ohne Probleme durchaus aus.
    Gruß
    Albert

  6. #26
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Hi Albert,
    dankeschön fürs Fragen.

    Die Werte hab ich aus den Gutachten (chemisch limnologisches Gutachten), die ich über den Prestelsee reingestellt habe.
    Ich meine, dass ich letztes Jahr an ein paar Armleutern weiße Stellen beobachtet habe, kann ich aber zur Zeit die Hand nicht dafür ins Feuer legen.

    Ich hab seit gestern endlich die ganzen Unterlagen der vorhergehenden GW´s, und muss mich da noch durcharbeiten. Die Werte die ich bisher häufig fand, liegen so um 8,5.
    Die el Messgeräte O², pH, und el Leitfähigkeit brauchen neue MEsssonden, allerdings sind die Geräte so alt, dass sie beim VDSF gar nicht mehr aufgeführt sind. Der chem. Koffer hat z.T. Schimmel drin, den schmeiß ich auch weg und hol mir was Neues.

    In meinem Buch von Baur steht drin, dass grad Hecht, Schleie, was bei uns ja gut drin ist, sogar noch Werte deutlich über 10 mitmachen.

  7. #27
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Hier die Zusammenfassung der 6.Fischartenschutzkonferenz.
    6.Artenschutzkonferenz_Jena.pdf

    Und hier möchte ich mal Eure Meinung hören.

    Wasserkraftwerk neuen Types.pdf
    Gruß
    Albert

  8. #28
    GW-Forum Team Avatar von Georg
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Zitat Zitat von Albert
    Und hier möchte ich mal Eure Meinung hören.
    Ich bin jedenfalls begeistert.(Wasserkraftwerk neuen Types.pdf)
    Die Idee hört sich schon mal genial an, wenn dieses Prinzip funktioniert wäre das sicherlich eine Lösung für die Niers wie auch für die Oker, die Staustufen könnten verbleiben, die durch die Staustufen entstandenen Habitate würden nicht zerstört werden, denke da gerade an das Trockenfallen des Niersabschnittes, nach dem öffnen des Wehrs, wie Mattes ja schon beschrieb.

    Bei aller Euphorie darf man aber eines nicht vergessen.
    Wie effektiv ist die Überwindbarkeit bei höheren Staustufen?
    Bei einem halben oder einem Meter mag das ja noch gehen, sind aber vor allem die Kleinfische in der Lage diese Hürde zu meistern?
    Der Strömungsdruck scheint duch die Beschleunigung in der Kreisbahn nicht ohne zu sein.
    Wie sieht es mit Verletzungsmustern aus, die entstehen könnten, wenn Kleinfische in den Strudel gelangen?
    Bei BaFo ´s oder Äschen sehe ich da auch bei 1,5m noch kein Problem,
    weder beim Auf- als auch beim Abstieg, sehr wohl aber bei Weissfisch & Co.

    Auf jeden Fall werde ich meinem Schwiegervater dieses Modell mal vorstellen,
    in kleinem Format in Form einer Pflanzschale o.ä. wäre es sicher eine Möglichkeit
    für die Kartenteichkaskade um etwas mehr O2 ins Wasser zu bekommen,
    wenn dabei das Algenproblem eingeschränkt werden würde, um so besser.

  9. #29
    GW-Forum Team Avatar von Georg
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Habe eben was gefunden, was hier ins Thema Huminstoffe etc. passt.
    Schaut mal hier: http://www.fliegenfischen.de/news/de...D=1308&class=6
    Wann wird es wohl diese Rotweinbolies geben, die mir gerade im Kopf umherschwirren?

  10. #30
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    AW: Fachtagung Fischartenschutz und Gewässerökologie

    Danke Georg,
    werde mal suchen um die Arbeit insgesamt lesen zu können.
    Rotweinboillies ??
    Bleib lieber bei Erdnussflips
    Gruß
    Albert

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