Seite 2 von 2 ErsteErste 1 2
Ergebnis 11 bis 13 von 13

Thema: Herzstich oder Kiemenschnitt?

  1. #11
    GW-Forum Team Avatar von Thomas
    Registriert seit
    22.11.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.241

    AW: Herzstich oder Kiemenschnitt?

    Zitat Zitat von Albert Beitrag anzeigen
    Betäubt ohne wieder zu erwachen. Die Norweger-Fischer machen das vorzugsweise. Und der Kehlschnitt sofort darauf.
    Das, der Schlag auf die frontale Schnauzenspitze, ist bereits der physiologische Tod, Albert.

    Der Kehlschnitt dient allenfalls nur noch der passiven Ausreinigung peripherer Blutgefäße, mehr nicht.
    ~~~

    Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.
    (Aphorismus von G.C. Lichtenberg)


    Gruß, Thomas

  2. #12

    Registriert seit
    22.08.2011
    Beiträge
    74

    AW: Herzstich oder Kiemenschnitt?

    Hallo Zusammen,

    denke auch man sollte hier je nach Fischart unterschiedlich verfahren.

    Die von Thomas erwähnte Methode beim Barsch ist hier am Bodensee seit Jahrzehnten im Einsatz. Man sollte sich die Geschichte aber von jemanden erklären lassen der sich damit auskennt! Ansonsten neigen Anfänger dazu den Kopf fast abzureissen, ohne das Genick zu brechen!?!?!?

    Beim Aal durchtrenne ich die Wirbelsäule auf Höhe des Herzens durch einen Stich mit dem Messer. Hier sollte auch gleich Blut kommen, danach machen die Tiere keinen Mucks mehr.

    Bei Felchen/Renken reicht wahrscheinlich ein Schlag auf den Kopf, da die Fische sehr empfindlich sind.

    Allerdings sollte man bei diesem Thema unbedingt auch einen Blick in die entsprechenden Verordnungen werfen! Fische sind Wirbeltiere und damit in Deutschland in der Tierschutzschlachtverordnung berücksichtigt. Außerdem gibt es zum Teil eindeutige Vorschriften in den Fischereiverordnungen. Am Bodensee/Untersee verlangen die Schweizer Behörden seit ca. 2 Jahren z.B. auch bei den Felchen zwingend den Kiemenschnitt, nach vorheriger Betäubung!

    Im Vorbereitungskurs zum Sachkundenachweis in BaWü wird das fach- und tierschutzgerechte Töten der Tiere im Rahmen von "Behandlung gefangener Fische - Versorgen und Verwerten" gezeigt und beigebracht. Zusätzliche sollte bei den ersten Fischen aus meiner Sicht ein erfahrener Angler den Anfängern zur Seite stehen um sicherzustellen, dass die Tiere nicht leiden und möglichst schnell und waidgerecht getötet werden.

  3. #13
    GW-Forum Team Avatar von Georg
    Registriert seit
    22.10.2010
    Ort
    Harz
    Beiträge
    1.139

    AW: Herzstich oder Kiemenschnitt?

    Ein interessantes Thema, bei dem sich die Geister scheiden, aber auch reichlich Diskusionsmaterial entsteht, wenn man sich die Sache auf der Zunge zergehen lässt. Ich bin mal so frei ...

    Zitat Zitat von Toni Beitrag anzeigen
    ... aber entscheidend ist ja auch beim Fisch, dass die Blutversorgung zum Gehirn unterbrochen wird.
    Dafür müsstest Du primär aber die arterielle Versorgungslinie des Hirns nahe der Wirbelsäule durchtrennen, nicht die für den Gasaustausch benötigten Kiemenvenen und -arterien, die sind dabei zweitrangig. Klar, wenn kein Blut mehr vorhanden ist, wird auch das Hirn nicht mehr versorgt, aber das dauert auch seine Zeit.
    Die Durchtrennung der Wirbelsäule und damit der Nervenbahnen wie es Thomas beschrieben hat, bedeutet einen deutlich schnelleren Exitus, da die gesamte "Steuerungsfunktion", auch die des Herzens, "außer Betrieb" genommen wird.

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Der Qualitätsunterschied mit/ohne Kiemenschnitt ist klar erkennbar, nur 'mit' gibt es nach dem Verarbeiten richtig weißes Filet, ansonsten bleiben immer Rückstände in Blutgefäßen.
    Treiben wir es mal auf die Spitze Thomas, wird ein Fisch "nur" abgeschlagen, bleibt das Blut im Gefäßsystem zurück. Will ich aber ein absolut makelloses Fleisch, müsste ich den Fisch nach dem Kiemenschnitt oder dem Herzstich an der Schwanzwurzel aufhängen, damit das Blut der Schwerkraft folgend, ablaufen kann bevor die Gerinnung einsetzt, Hypostasebedingt würden sich sonst Blut und Lymphe an der tiefsten Stelle ansammeln, da Fische üblicherweise auf einer Seite liegen bleiben, würde ein Filet, nämlich das unten liegende, immer schlechterer Qualität sein.

    Zitat Zitat von Albert Beitrag anzeigen
    Man sollte nicht die Hochsee- oder Küstenfischer als Beispiel nehmen.
    Hering, Scholle, Thun und Rotbarsch ersticken, egal ob mit Langleine oder Netz gefangen.
    (...)
    Bei dem Ausbluten und der Qualität des Fleisches ist es so, das die Versorgungsflüssigkeit Blut nur bei drücken des Fischkörpers in die Filets gelangt.
    Richtig Albert, Netzfänge kommen meist ja schon tot an Bord, werden auch kräftig gequetscht.

    Nehmen wir mal unsere Binnenfischer als Beispiel, die wenigsten schlagen die Fische ab oder führen einen Stich oder Schnitt durch, macht ja unnötig Arbeit, die Fische ersticken in der Regel einfach an Bord, in kleinen Teichwirtschaften sieht es schon anders aus, dort gibt es teilweise professionelle Tötungsstraßen, zumindest in meiner Ecke.

    Zu Deinem zweiten Teil, Hämatome durch übermäßigen Druck auf die Kapillargefäße können ein Filet wirklich versauen, viel wichtiger als die Methode des Ausblutens zur Qualitätserhaltung des Fleisches, ist meiner Meinung nach das Handling und die Einhaltung der Kühlkette, ich selbst habe immer eine mit Eisakkus gefüllte Kühltasche im Auto, bis dahin nutze ich die Verdunstungskälte per Tuch und Wasser wenn ich zu Fuß unterwegs bin, beim Ansitz steht die Kühltasche schon wegen der Kalibrierlösung neben mir.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •